Lichterkonzert 2007
Am 09.12.2007 führte der Main-Taunus-Kammerchor das Lichterkonzert 2007 in der katholischen Kirche St. Katharina in Bad Soden auf. Im Höchster Kreisblatt erschien hierzu folgender Bericht:
Höchster Kreisblatt, Printausgabe vom 13.12.2007
Vorfreude auf Weihnachten
Bad Soden. Mit seinen Lichterkonzerten in der Adventszeit gelang dem Main-Taunus-Kammerchor in den vergangenen Jahren stets eine ebenso besinnliche wie anspruchsvolle Einstimmung auf das Weihnachtsfest. Am Sonntag war es wieder soweit; in der von vielen Kerzen erleuchteten katholischen Kirche St. Katharina durften sich die zahlreichen Zuhörer auf ein Konzert freuen, in dessen Mittelpunkt drei Kompositionen Wolfgang Amadeus Mozarts standen.
Eröffnet wurde das Programm mit der „Vesperae solemnes de Confessore“ KV 339. Sie entstand 1780 und fällt in die Endphase von Mozarts Zeit in Salzburg. Bei den Vertonungen der Texte bewies Mozart Sinn für stilistische Vielfalt, so erinnert der festliche Charakter des eröffnenden „Dixit Dominus“ an die Musik der Krönungsmesse, während der Chorsatz des „Laudate pueri“ Anklänge an die Bach’sche Fugentradition nicht verleugnen kann.
Unter der souveränen Gesamtleitung von Tobias Landsiedel boten der Main-Taunus-Kammerchor und das Studentische Kammerorchester Frankfurt eine ansprechende Leistung. So überzeugte der Chor vor allem durch seinen ausgewogenen Gesamtklang, sowie durch die gestalterische Sicherheit in den Einzelstimmen. Ergänzt wurde der gute Eindruck durch ein Solistenensemble, das sich ideal ergänzte. Charlotte Quardt (Alt), Christian Diez (Tenor) und der kurzfristig eingesprungene Jan Polewski (Bass) gliederten sich mit markantem, aber nicht aufdringlichen Timbre auf das Beste in das Ensemble ein. Im besonderen Maße erwähnenswert ist allerdings in diesem Zusammenhang die Leistung der Sopranistin Natascha Jung. Ihre einfühlsame und einwandfrei gesungene Darbietung des „Laudate Dominum“, bei der sie von Chor und Orchester mit der gebotenen Zurücknahme unterstützt wurde, dürfte für das Publikum zweifellos der Höhepunkt dieses ersten Werkes gewesen sein.
Auch beim zweiten Werk dieses Abends, der Motette „Exsultate, jubilate“ KV 165 für Sopran und Orchester konnte Natascha Jung glänzen. In zwei Arien und einem Rezitativ konnte Jung sowohl ihre virtuose Brillianz, als auch ihr feines Gespür für die innigen lyrischen Passagen voll zur Geltung bringen. Vor allem das berühmte, schwungvolle „Alleluja“ am Schluss des Stückes dürfte bei den Zuhörern einen guten Eindruck hinterlassen haben.
Die berühmte „Krönungsmesse“ in C-Dur KV. 317, die Mozart 1779 komponierte, bildete den feierlichen Schlusspunkt des Konzertes. Neben dem festlichen Gestus mit seinen fanfarenähnlichen Klängen fällt die Messe auch durch ihre musikalische Kompaktheit und Kürze auf, das Werk enthält zwar die vollständigen Texte des Messordinariums, dauert insgesamt aber nur 25 Minuten, weil es damals strenge Vorschriften über die Zeitdauer von Gottesdiensten gab, die der Kirchenmusik nur wenig Platz boten. Seinen Beinamen erhielt das Werk, nachdem es 1790 zur Kaiserkrönung Leopold II. gespielt wurde. Auch hier zeigten sich Solisten, Chor und Orchester zu jedem Zeitpunkt in bestechender Form.
Der minutenlange, euphorische Beifall des Publikums wurde abschließend mit Mozarts immer wieder gerne gehörten „Ave verum“ als Zugabe belohnt, das Chor und Orchester stimmungsvoll darboten. Nach einem solch harmonischen Abend dürfte beim Publikum die Vorfreude auf Weihnachten sicher groß sein. (lr)
