25 Jahre MTKC 2009

Am 17.05.2009 feierte der Main-Taunus-Kammerchor sein 25-jähriges Jubiläum im evangelischen Gemeindehaus, Bad Soden. Im Höchster Kreisblatt erschien hierzu folgender Bericht:

Höchster Kreisblatt, Printausgabe vom 22.05.2009

Zum Chor-Jubiläum gab’s viele Lieder und Anekdoten

Bad Soden. Der Main-Taunus-Kammerchor wurde 1984 als Nachfolger der Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde Bad Soden gegründet. Die rund 45 Sänger und ihre Freunde feierten jetzt den 25. Geburtstag des Chores voller Lebensfreude, so gar nicht steif wie der übliche Kommers solcher Vereinsjubiläen. Kaum waren wenige Worte der Begrüßung gesagt und launige Geschichte aus der Gründungszeit erzählt, verbreitete der Chor mit dem Lied «Tanzen und Springen» von Hans Leo Hassler gute Laune im Saal. Mit der sich anschließenden Melodienfolge von Mendelssohns «Jauchzet dem Herrn alle Welt» und «Dem bucklichten Fiedler» von Brahms machten der Chor und sein Leiter Tobias Landsiedel deutlich, wie vielseitig sie sind und dass sie mit weltlichem Lied und geistlichen Werken auftreten können.

Chorleiter wird Wirt

Gründungsvorsitzender Armin Knipfer erzählte, wie der Main-Taunus-Chor entstand. Der Kantor der evangelischen Kirchengemeinde, Peter Schimmelschmidt, hatte damals den Kirchenchor geleitet. Als er ein Weinlokal eröffnete, musste er als Kantor ausscheiden, der Kirchenchor war ohne Leiter. Knipfer, Simmelschmidt und andere gründeten daraufhin am 21. Mai 1984 den Main-Taunus-Kammerchor, den die Lehrerin Petra Lenz leitete. Knipfer, der schon als 15-Jähriger im evangelischen Chor unter Peter Simmelschmidt gesungen hatte, berichtete von viel Geselligkeit im neuen Chor, von Nachtwanderungen und von Reisen auch ins Ausland. Mit Simmelschmidt habe er sich im Stadtparlament politisch gestritten, waren sie doch in unterschiedlichen Parteien. Im Chor jedoch hätten sie friedlich vereint gesungen.

Tobias Landsiedel, der Musik und Schulmusik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst an der Goethe-Universität studiert hat, leitet seit Juli 2002 den Main-Taunus-Kammerchor. Dieser erreichte ein hohes musikalisches Niveau, wofür unter anderem Konzerte mit Orchester wie das «Gloria» von Vivaldi, das Weihnachtsoratorium und die Johannespassion von Bach sowie die Krönungsmesse von Mozart stehen. Kein Wunder, dass Hans Dieter Höhn vom Sängerkreis Main-Taunus des Lobes voll ist und ihm zum Jubiläum zwei Anerkennungs-Urkunden überreichte: eine vom Hessischen Sängerbund und eine vom Hessischen Ministerium für Kunst und Wissenschaft.

Gute Stimmen

Es werde in Deutschland zu wenig gesungen, meinte Höhn in seiner kurzen Ansprache. Dabei sei Singen doch der Ausdruck von Lebensfreude. «Wir haben Lebensfreude genug und wir haben gute Stimmen, was fehlt ist ein Konzept, wie man mehr von diesen guten Stimmen für die klassischen Gesangvereine gewinnen kann», sagte er. Es gebe zu wenig ansprechende Lieder im Repertoire vieler Chöre. Junge Leute könnten mit «Am Brunnen vor dem Tore» nichts anfangen.

Mit Sekt stießen die Sänger auf ihr Jubiläum an. Es wurde gesungen und immer wusste jemand etwas aus der Geschichte des Chors zu erzählen. Etwa wenn Petra Bücking von einer Musical-Probe des Chores in einer Jugendherberge berichtete und der folgenden feucht-fröhlichen Nacht, die mit einem heftigen «Singen nach dem Singen» endete. Chorleiter Tobias Landsiedel stellte später fest, dass die Stimmen noch recht gut seien. Und schön rauchig seien sie auch gewesen, meinte Bücking.

Verstärkung gesucht

Der Chor sucht noch Verstärkung bei den Männerstimmen.

Probe ist donnerstags von 20 bis 22 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum, Zum Quellenpark 54. Zur Zeit probt der Kammerchor mit der Gesellschaft der Musikfreunde die Carmina Burana, die am Sonntag, 28. Juni, im Ramada-Hotel aufgeführt wird. kic

   
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