Lichterkonzert 2009
Am 20.12.2009 führte der Main-Taunus-Kammerchor das Lichterkonzert 2009 in der Katholischen Kirche St. Katharina in Bad Soden auf. Im Höchster Kreisblatt erschien hierzu folgender Bericht:
Höchster Kreisblatt, Printausgabe vom 22.12.2009
von Lutz Riehl
Vom Leben und Leiden Christi
Der Main-Taunus-Kammerchor überzeugte mit seiner Inszenierung von Händels „The Messiah“
Für das Lichterkonzert konnte das Ensemble unter Leitung von Tobias Landsiedel zudem einige Solisten gewinnen.
Bad Soden. Für viele Musikfreunde in Bad Soden ist das vorweihnachtliche Lichterkonzert in der katholischen Kirche St. Katharina inzwischen zu einem festen Bestandteil der Adventszeit geworden.
Hatte der Main-Taunus-Kammerchor unter der Leitung von Tobias Landsiedel im Schein unzähliger Kerzen unter anderem Teile aus Bachs Weihnachtsoratorium sowie Kirchenkompositionen Mozarts erfolgreich aufgeführt, stand in diesem Jahr eines der Hauptwerke der Gattung Oratorium auf dem Programm – «The Messiah» (Der Messias) von Georg Friedrich Händel, dessen 250. Todestag von der Musikwelt in diesem Jahr gefeiert wurde.
Gutes Orchester
Unterstützung erhielten die Mitglieder des Kammerchors von Studierenden der Frankfurter Musikhochschule, die Landsiedel zu einem guten Orchester zusammengetrommelt hatte. Für die vier Solopartien konnten Natascha Jung (Sopran), Mareike Winkel (Alt), Sebastian Kohlhepp (Tenor) und Christian Janz (Bass) gewonnen werden.
Keine Frage – man hatte sich Großes vorgenommen, gehört doch Händels «Messiah» zu jenen Werken in der Musikgeschichte, die sich seit ihrer Uraufführung einer ungetrübten Beliebtheit erfreuen. Den Inhalt des dreiteiligen Oratoriums bilden Leben, Sterben und Auferstehung Jesu Christi, ausschließlich aus der Perspektive der alttestamentlichen Propheten geschildert – ein besonderer Kunstgriff des Librettisten Charles Jennens.
Im Zentrum des ersten Teiles stehen die Prophezeiung und die Geburt Jesu, im zweiten Teil werden Passion, Sterben und Auferstehung thematisiert, während im dritten Christus als ewiger Herrscher gefeiert wird.
In der Mitte gekürzt
Wenngleich Händel selbst sein Werk vor allem in der Fastenzeit aufgeführt sehen wollte, bildete sich schon rasch die Tradition heraus, es auch im Advent zu spielen. Der deutliche Akzent auf die weihnachtlichen Episoden wurde zusätzlich durch spürbare Kürzungen im zweiten Teil des «Messiah» hervorgehoben, was nicht ungewöhnlich bei den Aufführungen eines solch groß dimensionierten Werkes ist.
Musikalisch hat das gut zweieinhalbstündige Opus Magnum allerdings weitaus mehr zu bieten als das berühmte «Halleluiah» am Ende des zweiten Teils. Dies ließ auch die gelungene Darbietung des Main-Taunus-Kammer-Chores erkennen, die sowohl technisch als auch interpretatorisch zu überzeugen wusste.
Mit Bravour gemeistert
Die enge Verbindung der für die deutsche Barockmusik typischen Fugentechnik mit dem hymnischen Klangbild der Musik Englands machen die Chorpassagen des «Messiah» zu einer Herausforderung, der sich der Main-Taunus-Kammerchor mit Bravour gestellt hat.
So waren die Passagen nicht nur sauber gesungen, auch die genaue Akzentuierung Landsiedels sowie die konsequente Beibehaltung einer altenglischen Aussprache taten ihr Übriges.
Angefangen bei den jubilierenden Weihnachtschören «For unto us a child is born» und «Glory to God» über die Passion, wie zum Beispiel in «And with his stripes», bis hin zur grandiosen «Amen»-Fuge am Ende des Werkes zeigten sich die Sängerinnen und Sänger in sehr guter Form, wobei sie im Orchester der Frankfurter Musikstudenten eine ideale Unterstützung fanden. Dabei versteht es sich fast schon von selbst, dass das oben erwähnte «Halleluiah» wieder einmal zum Publikumsliebling geriet.
Glanzpunkte
Doch auch die Gesangssolisten fügten sich bestens in das Ensemble ein. So konnte Sebastian Kohlhepp mit der exaltierten Tenorarie «Every valley» ebenso Eindruck machen wie Mareike Winkel mit dem innigen Vortrag von «He was despised». Glanzpunkte konnte auch Natascha Jung setzen, etwa mit dem jubelnden «Rejoice» oder auch der wunderschönen lyrischen Arie «I know, that my redeamer lives» zu Beginn des letzten Teils.
Bravorufe
Christian Danz stand seinen Mitstreitern um nichts nach, was man an seinem engagierten Vortrag der Arien «Why do the nations» und «The trumpet shall sound» erkennen konnte. Am Ende gab es begeisterten Applaus und Bravorufe für ein gelungenes Konzert.
