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20. Oktober Arnold Schönberg: Ein Überlebender aus Warschau, Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem

Für den Herbst steht wohl eine der größten Herausforderungen an, die der Main-Taunus Kammerchor in seiner Geschichte bestritten hat. Im Rahmen der Sodener  Mendelssohn-Tage der Musik werden die Sängerinnen und Sänger Arnold Schönbergs  „Ein Überlebender aus Warschau“ und das „Deutsche Requiem“ von Brahms darbieten. Unterstützt werden sie dabei vom Kammerchor Ars Antiqua aus Aschaffenburg und 20 Sängern aus dem schottischen Perth, mit dem Aschaffenburg eine Städtepartnerschaft verbindet. Schönbergs berühmtes, nur achtminütiges Stück hat die Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943 durch deutsche SS-Truppen zum Thema und ist für Männerchor und Sprechstimme geschrieben. Mit der Entscheidung, dieses kompromisslose Werk in das Programm aufzunehmen, hat der Chor die Komfortzone selbstgenügsamer musikalischer Traditionspflege verlassen. Das im Anschluss an Schönberg dargebotene Deutsche Requiem verliert damit alles Unverbindliche, gewinnt an existenzieller Tiefe und Eindringlichkeit. Für das Sodener Publikum ist das die Chance, das Werk neu und vielleicht besser zu hören.  Schon für  Brahms' Zeitgenossen  war es im Wortsinne unerhört, dass der Komponist sein Requiem aus dem liturgischen Zusammenhang gelöst und auf den lateinischen Text zugunsten einer eigenen Kompilation von Bibelstellen in deutscher Übersetzung verzichtet hat. Damit verbunden war auch eine Umkehr der Wirkungsabsicht: Nicht mehr um Fürbitte für die Toten geht es dieser Musik, sondern um Trost für die Hinterbliebenen.


Um das alles künstlerisch umzusetzen, hat sich Chorleiter Stefan Claas hervorragender Solisten versichert. Die an der Oper in Darmstadt engagierte Jana Baumeister übernimmt im Requiem den Sopran-Part, die Bariton-Soli singt der Amerikaner Raymond Ayers, der auch für den englischsprachigen Text des Schönberg-Stücks als Sprecher ausgewählt wurde. Das Orchester stellt im Wesentlichen das Aschaffenburger Collegium musicum, das sich aus Lehrkräften der dortigen Musikschule zusammensetzt.


Übrigens, wer keine Zeit hat, das Konzert in Soden in der katholischen Kirche St. Katharina zu hören, hat noch eine weitere Gelegenheit dazu: Einen Tag zuvor wird dasselbe Programm in Aschaffenburg erklingen.  


CG